Astrid Schulzke: Direktflug

24. Mai 2012

 
Direktflug
© Astrid Schulzke

Als meine vielen Seifenblasen
mit einem schrillen Pling zersprangen
und die Ohrmuschel sich vor Schmerz zusammenrollte,
begannst du dieses Lied zu spielen.
Sanft schwebten Töne durch den Raum,
übermalten den Missklang
und flogen in schillernden Farben
direkt in mein Herz.

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Astrid Schulzke
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Astrid Schulzke: Goldene Fesseln

24. Mai 2012

 
Goldene Fesseln
© Astrid Schulzke

Als ich deiner honigsüßen Rede folgte,
trug ich goldene Fesseln an meinen Füßen.
Deine Stimme war wie ein Bergsee, so klar,
schwarz wie Ebenholz war dein Haar, Geliebter.
Als ich deinen weißen Leib berührte,
umspannten silberne Netze meinen Leib.
Deine Haut war wie ein Pfirsich, so zart,
rot wie Blut waren deine Lippen, Geliebter.
Als ich deiner Leidenschaft nachgab,
knebelten seidene Bänder mein Herz.
Deine Liebe war wie der Himmel, so nah,
fern wie der Mond war mein Mut, Geliebter.

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Astrid Schulzke: Sehnsucht

16. Mai 2012

 
Sehnsucht
© Astrid Schulzke

Der See so ruhig,
umrahmt von alten Bäumen,
und nur der Mond,
er spiegelt sich
in dieser lauen Nacht.
Ich wünschte mir,
dort könnte ich dich träumen,
im fahlen Licht uns finden,
lose Grenzen säumen,
die Sehnsucht hast du mir gebracht.

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Astrid Schulzke: Feuervogel

16. Mai 2012

 
Feuervogel
© Astrid Schulzke

Dem Feuervogel gleich,
die mächtigen Schwingen im freien Fall
so federweich stürz ich hinab zu dir, Geliebter.
Wird mir dies Wunder wohl gelingen?

Es sengt die Glut mir das Gefieder,
legst du mich nieder, legst du mich nieder.

Mir wird dies Wunder wohl gelingen,
stürz ich hinab zu dir, Geliebter.
Im freien Fall und federweich,
die mächtigen Schwingen dem Feuervogel gleich.
Es bebt das Herz durch alle Glieder,
will ich dich wieder, will ich dich wieder?

Die mächtigen Schwingen, dem Feuervogel gleich,
im freien Fall, verbrannte Seele.
Mir wird dies Wunder nicht gelingen,
zu schwer das Herz. – Wie ich mich quäle.

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Astrid Schulzke: Traumhaft

15. Mai 2012

 
Traumhaft
© Astrid Schulzke

Was gäbe ich für einen Mann,
der mich in dunkler Nacht durch böse Träume trägt
und morgens, wenn der Tag erwacht,
mit zartem Kuss das erste Lächeln mir
auf meine Lippen legt.
Ein Mann, dem Eros gleich,
der Glut und Hitze in mir weckt
und voller Leidenschaft und Gier
in meinem Leib das Feuer schürt.

So suche ich in Sehnsucht dich,
du Traumgestalt aus einer fernen Zeit,
wo Minne von der Liebe sang.
Dort wär ich schön und schwach
und zollte Dank.

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Claudia Duhonj-Gabersek: Augenblick

13. Mai 2012

Augenblick
© Claudia Duhonj-Gabersek

Der Augenblick, als ich Dich sah,
er bleibt für immer hier,
aus der Distanz und doch so nah
gehört er Dir und mir.

Wohl trafen wir uns früher schon
vor vielen tausend Jahren,
den Augenblick, der alles lohnt,
wir durften ihn erfahren.

Nicht Himmelblau, noch Rosarot,
kein Klopfen an der Tür,
ein Augenblick nur, der sich bot,
wer lebte nicht dafür?

Es braucht kein Wort, nicht Schwüre heiß,
auch keinen nächsten Schritt,
in jenem Augenblick, ganz leis,
da nahmst mein Herz Du mit.

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Astrid Schulzke: Verloren

13. Mai 2012

Verloren
© Astrid Schulzke

War es dies Lächeln,
das sich auf deine Lippen legte
und auf mich zielte, meine Lust erregte?
Die Lust, in diese Seele einzudringen,
sie zu erforschen und sie zu umschlingen?

Was machte es mit mir,
dass all mein Sinnen sich danach verzerrte,
dass die Vernunft die Augen schloss
und mir den Blick auf das, was zählt,
so gnadenlos versperrte?

Verloren liege ich dir nun zu Füßen,
mein Mund will diesen Mund begrüßen,
mein Leib will sich mit deinem Leib vereinen,
ich möchte lachen und ich möchte weinen.

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Astrid Schulzke: Der Laudator

13. Mai 2012

Der Laudator
© Astrid Schulzke

So wie Du
mit blitzenden Augen
die Luft flambierst,
mit Worten jonglierend
die Seele berührst,
traue ich Dir zu
kalte Herzen zu verschmelzen.

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Astrid Schulzke: Zauberer

22. Januar 2012

Der Zauberer
© Astrid Schulzke

Wenn du lachst,
kriegen Kühe Flügel
und spritzen Milch vom Himmel.

Wenn du küsst,
bekommen Fische Beine
und tanzen auf dem Wasser.

Wenn du liebst,
tragen Frösche Kronen
und werfen mit goldenen Kugeln.

Du bist einfach zauberhaft.

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Andere Dimension: Schwan

22. Januar 2012

Am Ufer der sterbenden Schwäne(2)
© Andere Dimension

Nur einen Herzschlag
von deinen Lippen
entfernt
*
spanne ich mein Segel
in das Blau
der Nacht
und beobachte
*
wie Du den sterbenden Schwänen
vorgekaute Zeit
verfütterst

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Andere Dimension: Südbahnhof

22. Januar 2012

Südbahnhof
© Andere Dimension

Der Kessel dampft, der Zug fährt los,
Das Licht fällt auf die Gleise,
In meinem Hals, ein großer Kloß,
Ein lauter Traum stirbt leise.

Ein schwarzes Tuch, ich winke dir,
Die Uhr zeigt zwölf, bleibt stehen,
Das Mädchen an der Hand, erst vier,
Die Tränen werden gehen.

Die Wunden heilen, irgendwann,
Dazwischen liegt ein Hoffen,
Kommst Du zurück, dann klopf nicht an,
Die Türen bleiben offen.

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Astrid Schulzke: Liebesgedicht

27. Juni 2011

Zauberfäden
© Astrid Schulzke

Wie Zauberfäden schwebt
dein Haar – streift leicht mir durchs Gesicht.
Die Dunkelheit beugt sich dem Sonnenlicht.

Wie Engelszungen spricht
dein Mund – heilt zart mir meine Wunden.
Ein wankend Herz hat Halt gefunden.

Wie Milch und Honig tropft
dein Saft – fließt heiß in meinen Schoß.
Das neue Sein trotz dem gelebten Tod.

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Astrid Schulzke: Mut-Gedicht

17. Juni 2011

Mut-Gedicht
© Astrid Schulzke

Die Sonne scheint, der Tag wird gut,
wie strahlend hell der Himmel lacht.
Der Duft des Frühlings macht mir Mut,
aus dunklem Schlaf bin ich erwacht.

Auf weichen Sohlen zart das Gras
sich fordernd durch die Zehen schiebt,
der Tau macht meine Seele nass,
hab ich dir heute schon gesagt:
Ich hab dich lieb?

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Astrid Schulzke: Ich lieb dich sehr

12. Juni 2011

Ich lieb dich sehr
© Astrid Schulzke

Wenn meine Hände zart dich streicheln
so wie ein Windhauch, den der Frühling bringt,
und meine Worte weich dir schmeicheln
so wie ein Vogel, der voll Inbrunst singt.

Wenn meine Blicke lieb dich grüßen
so wie das warme Sonnenlicht
und meine Lippen sanft dich küssen
wie ein Versprechen, das du nicht vergisst.

Wenn unsere Körper wild sich wiegen
so wie die Wellen auf dem weiten Meer
und wir in heißer Wollust liegen,
spürst du es wohl – ich lieb dich sehr.

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Claudia Duhonj-Gabersek: Julimond

6. Juli 2010

Julimond
© Claudia Duhonj-Gabersek

Julimond, geh’ auf die Reise
am schwarzblauen Firmament.
Sei gewiss, flüstre ich leise,
dass mein Herz dem Liebsten brennt.

Julisonne, bring ihn wieder,
den der Mai mir einst geschenkt.
Längst verblüht ist unser Flieder,
ob er dort oben an mich denkt?

Juli, deine Sonnentage
brennen heiß auf meiner Haut.
Doch du weißt, dass ich nicht klage,
wenn’s Glück in fremde Fenster schaut.

Niemals werde ich’s begreifen,
hast ihn mir zu früh genommen.
Juli, wenn die Kirschen reifen,
ist auch meine Zeit gekommen.

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Astrid Schulzke: Blumenkinder

15. Mai 2010

Damals (Blumenkinder)
1974
für Peter (in Memoriam)

© Astrid Schulzke

Damals lagen wir auf Wiesen,
eng umschlungen, junge Dinger,
leider musst ich immer niesen
und ich schlug dir auf die Finger.

Damals färbte ich die Haare,
rot mit orientalisch Glanz
und wir kauften uns’re Ware,
illegal vom blonden Hans.

Damals spieltest du Gitarre,
sangest Lieder für den Frieden
und ich fuhr ne alte Karre,
ach, wie konnten wir uns lieben.

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Wolfgang Scholmanns: Liebe

11. Mai 2010

Liebe
© Wolfgang Scholmanns

In stiller Nacht
fühlt ich in
Glückes Stunde
die milde Wärme
einer zarten Hand
im Hauch des Atems
aus dem Rosenmunde
schwebte ein Wort
das nur mein
Herz verstand

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Claudia Duhonj-Gabersek: Revue

5. Mai 2010

Revue
© Claudia Duhonj-Gabersek

Hätte ich Dich niemals getroffen,
mir ist, als ob er gestern war,
der Augenblick, so wunderbar,
mein Sinn des Lebens bliebe offen.

Ich lass im Geist Revue passieren,
schwere Momente, gute Zeit,
wie wir gelitten, uns gefreut,
und möchte Dich nie mehr verlieren.

Die Sanduhr rinnt uns unaufhörlich,
der Schritt wird schwer, die Haare grau,
verwandte Seelen spiegeln sich.

War unser Weg auch oft beschwerlich,
der Himmel uns nicht immer blau,
sei stets gewiss – ich liebe Dich.

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Wolfgang Scholmanns: Liebesnacht

3. April 2010

Liebesnacht
© Wolfgang Scholmanns

Und als ich
die Wärme deiner
nackten Haut spürte
war mir als hätte
uns die Liebe
in ein Bett aus
Sternenstaub gelegt

Dein heißer
Körper brannte
wie der Sonne
schönstes Rot
und in der Tiefe
meines Herzens
spürte ich die
lodernden Flammen
deiner heißen Küsse

Zart bebend wuchs
die Nacht im
Verlangen
und der Morgen hielt
sanft lächelnd sein
Erwachen zurück

***
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